Möbel verkaufen oder mitgeben lassen
Vor jeder Entrümpelung steht dieselbe Frage: verkaufe ich die guten Stücke noch selbst oder gebe ich alles auf einmal mit. Hier die nüchterne Einschätzung nach Kategorie.
Was sich in Wien noch verkaufen lässt
Verkäuflich ist, was jemand sucht und selbst abholen kann. Das sind vor allem Massivholzmöbel in gutem Zustand, Designstücke mit nachweisbarer Herkunft, alte Bauernkästen, Werkzeug, funktionierende Fahrräder und Küchengeräte, die nicht älter als fünf Jahre sind.
Entscheidend ist nicht das Kaufdatum, sondern der Zustand der sichtbaren Flächen. Ein Tisch mit Wasserrand auf der Platte steht monatelang online, derselbe Tisch abgeschliffen geht in einer Woche weg.
- Massivholz, Eiche, Nuss, alte Bauernmöbel
- Designstücke mit Etikett oder Rechnung
- Werkzeug, Maschinen, Fahrräder
- Schallplatten, Sammlungen, alte Bücher
Was praktisch niemand mehr abnimmt
Der größte Teil eines durchschnittlichen Haushalts ist am Gebrauchtmarkt nicht mehr unterzubringen. Dazu zählen Schrankwände aus den Achtzigern, Polstergarnituren mit Gebrauchsspuren, Möbel aus beschichteter Spanplatte, Matratzen und alles, was zerlegt werden müsste, um durch die Tür zu passen.
Diese Stücke stehen auch für null Euro wochenlang inseriert. Wer darauf wartet, verschiebt den Termin und zahlt am Ende dieselbe Summe, nur später.
Der Aufwand, den man vorher unterschätzt
Ein Inserat ist schnell geschrieben. Danach beginnt der Teil, der Zeit frisst: Nachfragen beantworten, Termine ausmachen, warten, dass jemand kommt, und dem vierten Interessenten erklären, dass der Kasten im vierten Stock ohne Lift steht.
Rechnen Sie pro verkauftem Stück mit zwei bis drei Stunden, verteilt über mehrere Wochen. Bei einem Erlös im zweistelligen Bereich ist das ein Stundenlohn, für den sonst niemand arbeiten würde.
Die einfache Faustregel
Verkaufen Sie höchstens fünf Stücke, und nur die, bei denen Sie den Preis ohne lange Recherche nennen können. Setzen Sie dazu ein Enddatum: Was drei Wochen vor dem Termin nicht weg ist, bleibt stehen und geht mit.
Wann das Mitgeben der einfachere Weg ist
Bei der kostenlosen Besichtigung sehen wir uns an, was mitgehen soll. Möbel rechnen wir nicht an – sie werden mit abtransportiert, das ist im Fixpreis enthalten. Sie verkaufen nichts und führen keine Termine.
Das lohnt sich vor allem, wenn viele mittelwertige Stücke zusammenkommen, die einzeln den Aufwand eines Verkaufs nicht wert wären.
Einschätzung nach Kategorie
| Kategorie | Verkauf realistisch | Der einfachere Weg |
|---|---|---|
| Massivholz, gut erhalten | ja, mit Fotos und Geduld | selbst inserieren |
| Designstück mit Beleg | ja, oft schnell | selbst inserieren |
| Schrankwand aus Spanplatte | nein | mitgeben |
| Polstergarnitur, gebraucht | nein | mitgeben |
| Küchengerät unter fünf Jahre | teilweise | selbst inserieren oder mitgeben |
| Werkzeug und Maschinen | ja | selbst inserieren oder mitgeben |
Erfahrungswerte aus der täglichen Praxis in Wien, keine Bewertung durch einen Sachverständigen.
Häufige Fragen
Soll ich vor der Entrümpelung überhaupt etwas verkaufen?
Wenn Sie ein bis fünf klar wertvolle Stücke haben, ja. Bei allem anderen steht der Aufwand in keinem Verhältnis zum Erlös.
Was passiert mit Möbeln, die ich nicht verkaufen konnte?
Die nehmen wir im vereinbarten Termin mit. Sie müssen nichts abbauen und nichts vorsortieren, wir tragen alles selbst hinaus.
Werden Möbel angerechnet?
Möbel rechnen wir nicht an – sie werden mit abtransportiert, das ist im Fixpreis enthalten. Was Sie behalten oder selbst weitergeben möchten, stellen Sie vorher beiseite. Wertsachen wie Schmuck oder Münzen können nach Besichtigung angerechnet werden.
Wann soll ich mit dem Inserieren aufhören?
Rund drei Wochen vor dem Termin. Danach planen wir mit einer festen Menge, und der Fixpreis bleibt so, wie er vereinbart wurde.
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